[Gelesen] Sommernachtszauber - Ellen Alspen

Schon im Sommer sprang es mir im Buchladen ins Auge, ich bin in diversen Buchläden drum herum geschlichen. So ein schönes Cover! Zuhaue habe ich mich natürlich in Grund und Boden geärgert, dass ich es nicht mitgenommen habe. Kurzerhand kaufte ich dann letzte Woche, weil ich es unbedingt lesen wollte, die Version für meinen Kindle.



Ein Theater in Berlin kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Johannes, der Romeo spielte, wird während der Premiere des Stücks von seiner großen Liebe, Judith, ermordet und verflucht. Fortan lebt er als Geist im Theater, das nach dieser Tragödie verlassen ist. Erst nach über 70 Jahren wird das Theater wieder eröffnet. 
Caroline soll die Julia in Shakespeares Stück spielen. Die Premiere muss ein großer Erfolg werden, damit das Theater wieder eröffnen kann. Johannes ist bei den Proben selbstverständlich dabei, ohne gesehen zu werden und lässt Caroline nicht aus den Augen. Er ist vollkommen fasziniert von ihr, da sie ihn zu Beginn so sehr an Judith erinnert. Als Caroline nachts allein ins Theater kommt um dort zu proben, zeigt er sich ihr.

Hätte, hätte Fahrradkette - ja hätte die Autorin doch. In diesem Plot steckt unglaublich viel Potenzial und die ersten Seiten ließen mich hoffen hier in einem wunderschönen romantischen Buch gelandet zu sein. Es hätte so wundervoll, so zauberhaft, so magisch sein können. Hätte.
Stattdessen bleibt Caroline recht blass, auch wenn sie sehr schön beschrieben wird, ihre Hintergründe, was sie bewegt. Doch das alles hat den Anschein, als würde die Autorin einfach eine Liste abarbeiten, weshalb Caroline ist, wie sie ist. Es hat mich schlichtweg nicht überzeugt. 

Das Verhalten und die Reaktionen der Protagonistin sind schier unglaubwürdig und lassen sie, je mehr man sie kennen lernt, als kleiner naives Dummchen dastehen. Das ist so schade! Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Mia, Carolines beste Freundin, oder auch Ben, ihr Schauspielpartner bleiben farblos und bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie vielleicht verdient hätten. Stellenweise merkt man, dass Ellen Alpsten sich wirklich Mühe gegeben hat, emotionale Szenen gut umzusetzen, aber all ihre Bemühungen blieben erfolglos. Die Gefühle in dieser romantischen Geschichte haben mich völlig kalt gelassen. Diese Leidenschaft, die Caroline als Julia auf der Bühne hat, ist im gesamten Buch leider unauffindbar. 
Der Schluss setzt dem ganzen nochmal die Krone auf. Es wirkt, als hätte der Verlag angerufen und gesagt "So, morgen ist Abgabe!" und der Schluss wurde einfach völlig lieblos hingeklatscht, damit die Geschichte ein Ende fand. Was hier wohl recht offen wirken soll, übermittelt dem Leser leider das komplette Gegenteil.

Traumhaft schönes Cover - doch was nützt das, wenn der Inhalt bestenfalls zum Pakete austopfen reicht? Aus dieser Idee hätte Ellen Alpsten weitaus mehr holen können. Die Autorin hat hier eine wunderschöne Idee völlig in den Sand gesetzt. Schade! 


Sommernachtszauber
Ellen Alpsten
Coppenrath Verlag
411 Seiten
ISBN 9783649610564
Amazon






Kommentare:

  1. Puuh! Ein Glück, dass ich es nicht auch gleich mitgenommen habe! Bei deinem Inhalt dachte ich noch: oh, das klingt ja gut...
    Schade :-(

    Danke dass du mich überzeugt hast ;-)

    Lg
    Steffi

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  2. Hm, das ist ja wirklich schade. Es klang echt gut. Ich finde es auch immer traurig, wenn man in der Geschichte oder den Charakteren so viel Potenzial entdeckt, das aber nicht ausgenutzt wird.
    Insofern, danke für die "Warnung".
    Liebe Grüße

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  3. Genau über das Buch hab ich gestern auch eine Rezension geschrieben! http://lus-leben.blogspot.de/2013/09/bucherregal-sommernachtszauber.html
    Ich denke, wir sind einer Meinung ;)

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  4. Hallo,

    schade, dass der Inhalt nicht überzeugen kann. Mich erinnert die Inhaltsbeschreibung ein wenig an "Phantom der Oper. Ich mag die Geschichte sehr. Von der Autorin habe ich "Halva, meine Süße" gelesen und war sehr begeistert. Deswegen habe ich auch schon mit diesem Buch geliebäugelt, bin jetzt aber froh, es nicht gekauft zu haben. Da leihe ich es mir besser aus der Bibliothek aus.

    LG
    Jai

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